IDR-Leitungskolloquium im Kloster Loccum

Nachricht Loccum, 08. September 2026

Leitung braucht Reflexionsräume

Das Rechnungsprüfungsamt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers war am 8. und 9. September 2026 Gastgeber des diesjährigen Leitungskolloquiums des Instituts der Rechnungsprüfer (IDR). Zertifizierte Führungskräfte der öffentlichen Finanzkontrolle kamen im Kloster Loccum zusammen, um aktuelle fachliche Herausforderungen zu diskutieren und das eigene Leitungshandeln gemeinsam zu reflektieren.

Das Programm der beiden halben Tage verband fachliche Impulse mit intensivem kollegialem Austausch. Themen waren unter anderem agiles Projektmanagement, Künstliche Intelligenz als Führungsthema in der Rechnungsprüfung, Jahresprüfungsplanung, Revisionsmarketing und Personalentwicklung. In zwei ausführlichen Runden der kollegialen Praxisberatung brachten die Teilnehmenden darüber hinaus konkrete Fragestellungen aus ihrem eigenen Führungsalltag ein.

Moderiert wurde das Leitungskolloquium von Oberkirchenrat Sebastian H. Geisler, Leiter des Rechnungsprüfungsamtes der Landeskirche.

Eine besondere Bedeutung erhielt in diesem Jahr der Tagungsort selbst. Das 1163 gegründete Kloster Loccum verbindet eine mehr als 860-jährige Geschichte mit kirchlicher Gegenwart. Kontinuität bedeutet hier nicht Stillstand: Über Jahrhunderte haben sich Aufgaben und Formen verändert, während der Ort seine geistliche Prägung bewahrt hat.

Damit bot Loccum zugleich einen besonderen Resonanzraum für Fragen moderner Führung. Drei Gedanken standen dabei im Mittelpunkt: Unterbrechen, unterscheiden und öffnen. Leitung benötigt Zeiten der Distanz zum Tagesgeschäft. Sie muss unterscheiden können zwischen dem eigentlichen Auftrag und bloß vertrauten Gewohnheiten. Und sie muss Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven gehört werden und Neues entstehen kann.

Auch das Rahmenprogramm griff diese besondere Atmosphäre des Ortes auf. Die Teilnehmenden besuchten gemeinsam die Hora in der Klosterkirche. Beim anschließenden festlichen Abendessen in den Konventsräumen begrüßte der ehemalige Geistliche Vizepräsident und Prior des Klosters, Arend de Vries, die Gäste. Eine abendliche Führung durch die Klosteranlage beschloss den ersten Veranstaltungstag.

Die Verbindung aus fachlicher Arbeit, kollegialer Beratung und dem besonderen Tagungsort fand bei den Teilnehmenden großen Anklang. Gerade die Möglichkeit, für zwei halbe Tage bewusst Abstand vom eigenen Arbeitsalltag zu gewinnen, wurde als wertvoll für die Reflexion von Führungsverantwortung erlebt.

Das Leitungskolloquium hat damit eine Erfahrung besonders deutlich gemacht: Gute Führung braucht nicht nur Methoden und Instrumente. Sie braucht auch Zeiten und Orte, an denen innegehalten, gemeinsam nachgedacht und die eigene Perspektive erweitert werden kann.

Ihr Ansprechpartner

Oberkirchenrat Sebastian H. Geisler
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